Big Sisters Programm 05/2019

Die Mädchen, welche Teil unserer Camps waren und sich gegen FGM entschieden haben, befinden sich auf den High Schools der Region. Unser Big Sisters Programm hält den Kontakt zu den Mädels.

Da die Aufklärung und die Sexualkunde an öffentlichen Schulen nicht durchgführt werden, haben wir dies übernommen.

Unsere Mädchen haben in ihren High Schools Zinduka Girls Clubs geformt und treffen sich wöchentlich.

Wir begleiten sie und sprechen mit ihnen über ihre Periode, den ersten Freund, die Pubertät und helfen ihnen Lösungen für aktuelle Probleme zu finden.

 

Aktuell sind wir wöchentlich in drei verschiedenen Schulen und betreuen insgesamt ca. 250 Mädchen!


Malezi - Positive Change through Exchange 04/2019

Das Malezi Programm ist ein interkulturelles Austauschprogramm der Stämme der Samburu und Kuria in Kenia.

Es wird von den Organisationen Men End FGM, Mentors On Tour, Umoja Women und Zinduka durchgeführt.

Jede Organisation arbeitet auf verschiedene Art und Weise mit verschiedenen Gruppen der Gemeinschaft mit dem Schwerpunkt auf der Beendigung von gesundheitsgefährdenden kulturellen Praktiken wie der weiblichen Genitalverstümmelung und Kinderehen.
Mit verschiedenen Ansätzen schaffen wir es, die Gemeinschaft in ihrem Wissen über Gesundheit, das Gesetz und Erste Hilfe zu stärken und ihnen Alternativen zu den kulturellen Praktiken aufzuzeigen.

Der Austausch ist dabei von großer Bedeutung, um auch die Probleme und Lösungsansätze anderer Kulturen kennenzulernen und auszutauschen.

 

Das Projekt wird vom Tatort-Verein in Köln gefördert und bisher wurden 200 Teilnehmer in Kuria und Samburu trainiert.


Vater-Tochter Seminar

Am 7.4.2019 fand ein tolles Seminar für Väter und Töchter statt. Dieses wurde von einem Freund und Kollegen namens Elias Muindi und den Zinduka Mitgliedern (Cess, Tobias, Antonia) durchgeführt.


Insgesamt 20 Väter und deren Töchter nahmen an dem Seminar teil. Ziel war die Verbesserung der Beziehung, welche nicht nur in Kuria, sondern allgemein in Kenia aufgrund hierarchischer und patriarchischer Strukturen keine Beachtung findet. Viele Diskussionen, Gespräche und Aktivitäten führten zu Gemeinsamkeiten und halfen uns zu verstehen, warum die Vater-Tochter-Beziehung von großer Bedeutung ist.
Am Ende des Tages wussten Väter und Töchter mehr über einander, manche nahmen sich sogar in den Arm und fotografierten sich zusammen, was vorher nie geschah.

1.    Väter müssen ein positives Verhalten hinterlassen, das ihre Kinder nachahmen und auf das sie stolz sein können.
2.    Väter sollten sich der täglichen Ereignisse ihrer Kinder bewusst sein.
3.    Es liegt an den Vätern als Familienoberhaupt, ihre Kinder zu ermutigen und fleißig zu arbeiten, damit sie ihre Träume verwirklichen können.
4.    Eltern müssen verstehen, dass ständige Konflikte auf Familienebene große Auswirkungen auf die Zukunft ihrer Kinder haben, und deshalb sollten sie so minimal wie möglich sein, um Kinder nicht zu entmutigen.
5.    Eltern sollten die Diskriminierung ihrer Kinder vermeiden / einstellen und alle Kinder gleich behandeln.
6.    Eltern sollten es vermeiden, ihre Kinder der Kinderarbeit auszusetzen, um den wirtschaftlichen Status der Familie zu verbessern.
7.    Eltern sollten darauf achten, Scheidungen zu minimieren, da dies ein instabiles Umfeld für Kinder schafft, in dem sie aufwachsen.
8.    Eltern sollten aufhören, ihre Töchter um der Mitgift Willen zu verheiraten, welches ihren wirtschaftlichen Status stabilisiert.
9.    Eltern sollten sich bemühen, den Kauf von elektronischen Geräten oder Telefonen ihrer Kinder in einem frühen Alter zu vermeiden, da dies ihre Konzentration auf die Schularbeit beeinträchtigt.
10.    Den Kindern sollte geraten werden, sich in guter Gesellschaft aufzuhalten und Gruppenzwang zu Hause und in der Schule zu vermeiden.
11.    Es liegt in der Verantwortung des Vaters als Familienoberhaupt, sicherzustellen, dass FGM nicht in seinen Häusern praktiziert wird.
12.    Wenn Eltern vereint sind, gibt es keine FGM, da Uneinigkeit zu den wichtigsten Faktoren von FGM auf Haushaltsebene gehört.

Der Anti-FGM Aktivist Elias Muindi ist Mitarbeiter von Men Engage Alliance Kenia und hat das Vater-Tochter-Seminar entwickelt. Er hatte große Freude und hofft, die Gespräche in Kuria in Zukunft zu vertiefen.


Rescue Camp 2018

Bericht 3- Rescue Camp 2018 (18.12.2018)

 

Heute hat die dritte Woche in unserem Camp begonnen und es geht langsam dem Ende zu. Unsere Tage sind wie bisher sehr ereignisreich. 

 

Nachdem eines unserer Team Mitglieder vor 2 Wochen überfallen wurde, waren wir sehr besorgt. FGM Befürworter bedrohten ihn zuhause und hofften, dass er die Polizei ruft, damit sie in unser Camp können um die Mädels zu holen. Glücklicherweise haben sie lediglich sein Geld genommen und ließen ihn in Frieden. Die Polizei unterstützt uns sehr und verstärkte am folgenden Tag die Kontrollen und Sicherheit unseres Camps. Unser Mitglied wohnt nun auch bei uns und nicht mehr zuhause. Wir sind froh, dass alle wohl erhalten sind.

 

Seit unseren Telefonaten mit den Eltern von nicht erschienenen Mädchen, sind noch ein paar Kinder angekommen. Nachdem sogar 8-jährige Mädchen beschnitten wurden, bekamen die Eltern eines Kindes Angst und brachten sie ebenfalls zu uns. Der gesellschaftliche Druck ist diesmal enorm und wir hoffen dass die diesjährige Periode bald endet.

Letzte Woche ist ein Mädchen zum wiederholten Mal abgehauen und trotz der Unterstützung der Polizei konnten wir weder die Mutter (der Vater ist vor 2 Monaten verstorben), noch das Mädchen davon überzeugen, wieder zu uns in das Camp zu kommen. Zwei Tage später wurde  sie beschnitten.

Trotz dieses traurigen Einzelschicksals, wissen wir inzwischen 158 Mädchen bei uns in Sicherheit. Ihnen geht es gut und sie bereiten sich bereits auf ihre Graduation (ARP) vor. Aus dem Camp von ADRA und UNICEF haben wir noch 29 Kinder, welche sich in Gefahr befinden, übernommen. 

Die Vorsitzenden der beiden Organisationen, sowie von World Vision, waren  bei uns zu Besuch, haben unser Camp begutachtet und uns für unser Wirken gelobt.

 

Unsere Alternative Rite of Passage findet am 24.12.2018 statt. Wir stecken mitten in den Vorbereitungen und freuen uns sehr, unsere Mädchen bald die verdiente Urkunde übergeben zu dürfen! 

Unsere Freiwilligen haben tolle Programme entwickelt, um die Kids bei Laune zu halten. Ihnen gehört ein riesen Lob ausgesprochen, denn sie leisten wundervolle Arbeit. Auch in die verschiedenen Bereiche (Küche essenslager, medizinische Versorgung, Unterricht etc.) sind sie fest eingebunden.

Dieses Camp wäre ohne die Unterstützung jedes einzelnen nicht machbar und ich bin sehr dankbar, dass wir bisher 158 Mädchen vor schlimmerem bewahren und ihnen eine bessere Zukunft zeigen können! 

Vielen Dank an alle Unterstützer und auf eine schöne letzte Woche! 

 

                                                                                                                                 aus Perspektive von Antonia Waskowiak

 

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Bericht 2- Rescue Camp 2018 (08.12.2018)

 

Diese Woche war sehr ereignisreich, sowohl in positiver als auch negativer Hinsicht.

Die Beschneidungen in Kuria East haben begonnen. Heute morgen konnten wir 11 Mädchen sehen, die verstümmelt vom Feld zurück kamen und gefeiert wurden. Ihre Gewänder waren voller Blut, vermutlich wurden sie nach Typ 2 (Klitoris und innere Schamlippen) beschnitten. Wir waren alle sehr schockiert und sind froh, dass unsere inzwischen 128 Mädchen sicher sind. 

Gestern Abend erfuhr ich, dass ein Mädchen, welches in unserem Camp 2016 war, heute beschnitten werden sollte. Ich bin sofort zu ihr gegangen und habe zusammen mit 2 Mitgliedern des Zinduka Teams und der Polizei das Mädchen und ihre Familie getroffen. Die Mutter ist strickt gegen FGM, allerdings wollte das Mädchen nicht in unser Camp kommen. Die Gründe waren unklar.

Im weiteren Verlauf  erfuhren wir , dass Sie von ihrem Großvater, so wie einigen ihrer Freundinnen beeinflusst wurde, da sie durch den Vollzug des Rituals neue Kleidung und Schuhe erhalten hätte. Wir nahmen sie mit und versuchten mit ihr zu reden. Heute morgen hat sie endlich eingewilligt und bleibt nun bei uns im Camp. Ich bin sehr froh, dass wir sie tatsächlich retten konnten. 

Leider haben zwei andere, bei uns registrierte Familien, ihre Mädchen heute beschneiden lassen. Auf unsere Nachfrage, behaupteten sie, dass die Kinder nach Nairobi gereist seien. 

Nun haben wir diese Fälle an die Polizei übergeben. Diese, sowie andere Institutionen stehen hinter uns und helfen, so gut sie können :) 

Gestern war ich mit zwei anderen freiwilligen Helfern bei einem anderen Camp zum Schutz der von FGM bedrohten Mädchen. Auf Grund eines anderen Konzeptes wurde das Camp bereits gestern beendet und 

insgesamt 250 Mädchen haben die „Alternative Rite of Passage“ erhalten, von denen einige noch vor Ort bleiben bis sie nicht mehr gefährdet sind. 

 

aus Perspektive von Antonia Waskowiak

 

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Freiwillige vor Ort, März 2018

Sina Maschek, Hannah Bauer, Fabian Lechner und Yannick Schrot haben einen Monat mit Antonia vor Ort verbracht. Sie halfen bei der Ziegelerstellung, beschäftigten sich mit unseren Schülern und lernten das kenianische Buschleben kennen.


Wassertank Projekt August 2017

Mitwirkende Freiwillige: Thore Oschkenat, Tristan Baron, Andreas Ufer, Fred Chacha, Joseph Muniko, Mercy Weirungu, Tony Mwebia, Francis Otieno, Chris Boke, Ann Chacha und Antonia Waskowiak

 

Von Mitte August bis Mitte September 2017 waren wir mit insgesamt vier deutschen Freiwilligen in Kenia vor Ort. Mit ein paar lokalen – ebenfalls freiwilligen – Helfern konnten wir den Bau für unser aktuelles Projekt starten. Wir wollen einen Wassertank unter der Erde bauen. Er soll ca. 10.000 Liter fassen und diese kühl lagern.

Für den Bau werden wir selbst hergestellte Lehmziegel und Beton verwenden. So haben wir als ersten Schritt damit begonnen, die Ziegel herzustellen.

Innerhalb von drei Wochen konnten wir insgesamt 2000 Ziegel herstellen. Diese sollten ausreichen, um den Wassertank vollständig zu bauen! Mithilfe dieses Tanks können wir in Bena Academy ca. einen Monat ohne zusätzliches Regenwasser auskommen.


Projekt Zähneputzen August 2017

Unser Freiwillger Tristan Baron (24) aus Hamburg befindet sich in den letzten Zügen seines Zahnmedizinstudiums. Er hat im September 2017 für zwei Wochen in Bena Academy mitgewirkt. Tristan half beim Bau des Wassertanks und stellte ein eigenes Projekt auf die Beine:

 

Er unterrichtete jede der acht Klassen in der Zahn- und Mundhygiene. Mithilfe von Materialspenden aus Deutschland konnte er den Schülern eigene Zahnbürsten und Zahnpasta schenken. Er informierte sie über die richtige Technik, Karies und den Zahnaufbau.

 

Die Schüler hörten konzentriert zu und hatten viel Freude, gemeinsam Zähne zu putzen! Einige von ihnen berichteten ihren Eltern zuhause stolz, was sie von dem „Weißen“ bekommen und gelernt haben. Die Eltern riefen am folgenden Tag verwundert in der Schule an und fragten, ob die Schüler die Zahnbürsten wirklich behalten dürften und bedankten sich ebenfalls!

 


RescueCamp Dez. 2016

Unsere Vereinsvorsitzende Antonia Waskowiak leitet im Dezember 2016 ein RescueCamp. Es soll die Mädchen unterstützen, die sich gegen die weibliche Genitalverstümmelung entschieden haben. Um sicher zu gehen, dass sie nicht von Älteren, Familienangehörigen und Befürworten dazu gezwungen werden, boten wir ihnen unser Camp an.

Wir haben insgesamt 150 Mädchen zwischen acht und 16 Jahren für den Zeitraum vom 28.11.2016 bis zum 20.12.2016 in den Räumen von Bena Academy (zu dieser Zeit sind Sommerferien und die Schule steht leer) untergebracht und betreut. Sie wurden unter anderem über Details der weiblichen Genitalverstümmelung, menschliche Anatomie, Hygiene, allgemeine Gesundheit und Zukunftsperspektiven unterrichtet.

Abschließend gab es eine große Feier mit den Angehörigen, bei der die Mädchen eine Urkunde und ein T-Shirt erhalten haben.

Die Mädchen konnten ihren Einzug ins Erwachsenenleben gebührend feiern und ihren Eltern und Angehörigen zeigen, dass sie nicht sofort verheiratet und an den Mann „verkauft“ werden müssen. Denn sie wollen weiterhin zur Schule gehen und anschließend einen Beruf erlernen!

 

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen helfenden und unterstützenden Händen bedanken, die dazu beigetragen haben, dass wir 140 Mädchen erfolgreich vor der weiblichen Genitalverstümmelung bewahren konnten!

 

 



Gerettet!

Der Zonta Club in Marburg half meiner Freundin Jane finanziell. Diese konnte sich ihre Ausbildung zur Krankenschwester nicht finanzieren und ihre Eltern unterstützten sie ungerne, da sie sich weigerte, zur Genitalverstümmlung anzutreten. 

Ich traf sie in Kenia berichtete ihr von der Unterstützung durch Zonta. Sie war unglaublich glücklich. Es war zufällig der Tag, an dem ihr Vater eine Kuh verkaufen wollte, um ihr wenigstens eine kleine Summe Geld für die Schulausbildung geben zu können. Sie hat ihn sofort angerufen und den Verkauf der Kuh gestoppt. Sogar ihr Vater bedankte sich bei mir und war sehr erleichtert, die Kuh nicht verkaufen zu müssen.

Inzwischen hat sie ihre Ausbildung erfolgreich absolviert. Sie wohnt mit ihrem Freund in Tansania und arbeitet dort in einem Krankenhaus.

Die Kuh führt ein erfülltes Leben zuhause bei ihren Eltern!