Wie alles begann...

Schon als Schülerin, mit ca 16 Jahren, war es mein Wunsch einmal als "Nicht-Tourist" nach Afrika zu gehen. Ich wollte schon immer einmal diesen atemberaubenden Kontinent von seiner wirklichen Seite erleben und die verschiedenen Völker, ihre Kulturen und das alltägliche Leben außerhalb der Fernsehdokumentationen kennenlernen.

Ich setzte mich mit vielen Organisationen des Entwicklungsdienstes in Verbindung und fand schließich über den Deutschen Entwicklungsdienst (DED) das Richtige für mich: ein dreiwöchiges Camp im kenianischen Stamm der Kuria mit handwerklicher Arbeit, sowie die Bekämpfung der weiblichen Genitalverstümmelung.

 

Dieses Thema machte mir zunächst Angst, aber ich wollte mich unbedingt damit auseinandersetzen und mehr darüber erfahren. So machte ich mich in den Sommerferien der 12. Klasse auf den Weg nach Kenia.

Dort war ich mit insgesamt 15 anderen Freiwilligen aus der ganzen Welt und ein paar Kenianern der Partnerorganisation vom DED, der KVDA (Kenya Voluntary Developement Association), für knapp einen Monat zusammen.

Jeden Tag traf ich auf neue Bekanntschaften der kenianischen Kultur, einerseits sehr schockierend, andererseits sehr interessant und bewundernswert. Besonders nahe gingen mir die Gespräche über die weibliche Genitalverstümmelung. Mir war keineswegs bewusst, wie oft diese aktuell noch praktiziert wird. Schon bald wurde mir klar, dass diese grausame Tradition in fast jeder Familie mit vollem Stolz fortgeführt wird. 

 

Nach vielen Gesprächen mit kenianischen Mädchen, die häufig verstümmelt worden waren, beschloss ich, dass dieses Workcamp nicht mein einziger Kampf gegen die  grausame Tradition war. Selbst wenn ich nur ein Mädchen davon abhalten kann, habe ich schon gewonnen!

 

So hielt ich während meines letzten Schuljahres engen Kontakt mit einer Familie aus dem Stamm der Kuria in Nyabosongo. Bereits während des Workcamps haben wir viel unternommen, und eine sehr enge Freundschaft begann.